Wird die Währinger Straße zur Begegnungszone? Das sagt die Grüne Bezirkschefin zu den Vorwürfen

Von Verena Kaufmann-Plank
Wir haben bei Silvia Nossek zu den Vorwürfen nachgefragt.
Wir haben bei Silvia Nossek zu den Vorwürfen nachgefragt. - © Wiener Wasser-Novotny/Lukas Beck
Auf der Währinger Straße beginnt ab Mai der Tausch der Wasserleitungsrohre. Gleichzeitig finden auch Arbeiten für die Flaniermeile statt, denn es werden unter anderem der Gehsteig verbreitert und mehrere Bäume gepflanzt. Aufgrund dessen machen derzeit Gerüchte die Runde, dass die Grüne Bezirksvorsteherin Silvia Nossek die Währinger Straße zu einer Begegnungszone umbauen lässt. Wir haben bei der Bezirksvorstehung zu den Vorwürfen nachgefragt.

Von 22. Mai bis Ende August erneuert die Abteilung Wiener Wasser (MA 31) auf der Währinger Straße zwischen Gürtel und Gersthof insgesamt 1.700 Laufmeter Wasserleitungsrohre. Durch den Austausch soll die Wasserversorgung im Bezirk Währing nachhaltig gesichert werden. Gleichzeitig finden im Sommer 2018 auch Arbeiten für die geplante Flaniermeile (Gehsteigverbreiterungen, Sitzgelegenheiten, Fahrbahnanhebung) und Baumpflanzungen statt.

Begegnungszone in der Währinger Straße: Vorwürfe gegen Grüne Bezirkschefin

Deswegen wurde die Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (Grüne) kürzlich mit Vorwürfen konfrontiert, die Währinger Straße durch die Maßnahmen “unbemerkt” zu einer Begegnungszone umzubauen.

Besorgte Geschäftsleute kritisierten nicht nur die temporären Verkehrssperren, es wurden auch Vergleiche mit der Begegnungszone auf der Mariahilfer Straße gezogen: “Diese Maßnahme, welche der Begegnungszone auf der Mariahilfer Straße gleichen würde, ist dermaßen kurios, zumal Währing zu den größten Bezirken Wiens gehört und es bereits zahlreiche wunderschöne Parkanlagen gibt, die auch als Rückzugs- und Naherholungsgebiete dienen”, so die List Rechtsanwalts GmbH in einer Aussendung.

Nossek weist Vorwürfe zu Umbauplänen zurück

VIENNA.at hat bei der Bezirksvorstehung Währing zu den konkreten Plänen von Nossek nachgefragt. Wir wurden darüber informiert, dass im Rahmen der Sommerbaustelle auch die bereits vorgestellten Maßnahmen im Rahmen der Flaniermeile umgesetzt werden, was eine Verbeiterung der Gehsteige sowie Baumpflanzungen bedeutet. Verärgert zeigt sich Nossek jedoch über die anderweitig kursierenden Falschmeldungen zur Baustelle: “Wer immer hier versucht, mit Falschmeldungen wie einer völligen Sperre der Währinger Straße während der Bauzeit schlechte Stimmung zu machen und für Unruhe zu sorgen, der tut dies auf dem Rücken der Geschäftsleute.”

Die Baustelle wird laut Bezirkschefin für längst fällige Renovierungen genutzt. “Für mehr Sicherheit fürs Zu-Fuß-Gehen und die Modernisierung der Ampelanlage bei der Martinstraße – um so neuerliche Baustellen in den nächsten Jahren möglichst zu vermeiden. Nach Ende der Bauzeit wird die Verkehrsorganisation genau so sein wie vorher”, so Nossek.

Baustelle Währinger Straße: Verkehrsmaßnahmen & Sperren im Detail

Um die Bauzeit auf der Währinger Straße kurz zu halten, wird in bestimmten Abschnitten auch an den Wochenenden und nachts gearbeitet, für den Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr kommt es im Zeitraum zwischen 22. Mai bis 12. August zu Sperren.

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(Grafik: Wiener Linien)

Die Rohre liegen in der Währinger Straße und in der Gentzgasse in der Parkspur stadteinwärts rechts. Um die Baustelle abwickeln zu können, muss die zugehörige Fahrspur (in Richtung stadteinwärts) für den Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr gesperrt werden. Das bedeutet, dass die Straßenbahnlinie 40 in beiden Richtungen zwischen Simonygasse und Gürtel über die Kreuzgasse geführt wird und die Linie 42 ersetzt. Die Straßenbahnlinie 41 fährt stadtauswärts die normale Strecke über die Währinger Straße, stadteinwärts wird sie ebenfalls über die Kreuzgasse geführt. Für den gesperrten Straßenbahnabschnitt zwischen Gersthofer Platzl und Gürtel stadteinwärts wird ein Zusatzverkehr der Wiener Linien mit Bussen über Währinger Straße – Aumannplatz – Gentzgasse eingerichtet.

Der Individualverkehr wird stadteinwärts von der Simonygasse über Währinger Straße – Aumannplatz – Gentzgasse als Einbahn geführt, stadtauswärts vom Gürtel über Währinger Straße – Aumannplatz – Gentzgasse ebenfalls als Einbahn. In der Währinger Straße kann im Baustellenbereich während der Bauzeit stadtauswärts rechts geparkt werden, außerdem sind alle Geschäfte während der Bauzeit mit allen Verkehrsmitteln und zu Fuß erreichbar.

>> Das Bauvorhaben auf der Währinger Straße im Detail

(Red/VKP)

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