Freundin und Sohn getötet: Doppelmord-Anklage gegen Wiener Polizisten

Akt.:
Hier wurden die Leichen gefunden.
Hier wurden die Leichen gefunden. - © APA
Jener Polizist, der vergangenen Herbst seine schwangere Lebensgefährtin erschossen und seinen 22 Monate alten Sohn getötet haben soll, wird wegen Doppelmordes angeklagt. Die Anklageschrift zeichnet ein Bild einer vorbereiteten Tat.

Der 24 Jahre alte Polizist, der am 2. Oktober 2016 in Wien-Margareten seine schwangere Lebensgefährtin und am darauf folgenden Tag seinen 22 Monate alten Sohn getötet haben soll, dürfte seine Tat seit längerem geplant gehabt haben.

Das geht aus der Doppelmord-Anklage hervor, die nun von der Staatsanwaltschaft Wien beim Landesgericht für Strafsachen eingebracht wurde und die der APA vorliegt.

Doppelmord-Anklage: Poliziste googelte “Genick brechen”

Demnach scheint es, als hätte der Beamte seiner Lebensgefährtin Claudia K. schon zwei Wochen vor dem inkriminierten Verbrechen nach dem Leben getrachtet. Wie die Auswertung seiner Suchanfragen bei Google ergab, tippte er am 19. September “Genick brechen” in die Suchmaschine ein.

Ein Versuch, die Frau zu erwürgen, schlug aber offenbar fehl, wie der Anklage zu entnehmen ist: “Am Nachmittag des 26. September wurde der Angeklagte erstmals handgreiflich (…). Es war ein gemeinsamer Ausflug auf den Spielplatz geplant. Als sich Claudia zur Wohnungseingangstüre begab, griff sie der Angeklagte unvermittelt von hinten an und versuchte sie zu würgen. Claudia gelang es, den Angeklagten zu kratzen und ließ dieser sofort von ihr ab. Außer dem Schock und Schmerzen am Rücken erlitt Claudia keine Verletzungen.”

Opfer machte Termin beim Sozialpsychiatrischen Notdienst aus

Die 25-Jährige verkannte die Situation völlig. Sie führte den Angriff ihres Freundes auf seine berufliche Überlastung zurück und ging von einem Burn Out oder einem Blackout aus. Um ihm zu helfen, wandte sich Claudia K. an den Sozialpsychiatrischen Notdienst und machte einen Termin für ihren Partner aus. Dieser besorgte sich laut Anklage währenddessen in einem Baumarkt eine Axt und Müllsäcke – um sie offenbar endgültig loszuwerden. Weiters überzeugte er seine schwangere Freundin, dass ihm psychologische Hilfe beruflich schaden würde.

Statt – wie von ihr erwünscht – am 1. Oktober zum Sozialpsychiatrischen Notdienst zu gehen, blieb er zu Hause und tippte folgende Begriffe in die Suchmaschine ein: “Schuss mit Kissen dämpfen”, “Kopfschuss”, “Kopfschuss Glock”, “Kopfschuss 9 mm”, “Kopfschuss Durchschuss”, “Kissen als Schalldämpfer”, “Hinrichtung durch Kopfschuss – was für ein Schadensbild”, “Ist eigentlich ein Schuss ins Herz gefährlicher oder der in den Kopf”, “In der Wohnung Schuss abgefeuert” und “Schussabgabe in der Wohnung”.

(APA, Red.)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen

Margareten
1050.VIENNA.AT