1000Worms: Immer mehr Wiener kompostieren zuhause mit “Wurmkisten”

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In diesen praktischen "Wurmkisten" kümmern sich lebendige Würmer um den Biomüll der Wiener
In diesen praktischen "Wurmkisten" kümmern sich lebendige Würmer um den Biomüll der Wiener - © 1000Worms.at
Alleine in Wien landen jährlich 172.000 Tonnen Biomüll im Restmüll, wodurch wichtige Ressourcen unwiederbringlich verloren gehen. 1000Worms möchte hier gegensteuern – mit praktischen Wurmkisten voller lebendiger Tiere für den Hausgebrauch. VIENNA.at stellt das Start-Up vor.

Ein paar Millionen Würmer können in Sachen Kompostierung rasch weiterhelfen und zeigen vor, wie man mit Ressourcen nachhaltig umgehen kann, indem sie aus Biomüll wertvollen Dünger machen – und das dank 1000Worms sogar in den eigenen vier Wänden.

Geruchlos und ausbruchssicher: Biomüll in stylishen Wurmkisten

Ganze 25 Prozent des Restmülls in Österreich ist Biomüll – das sollte nicht sein! Das Start-Up 1000Worms beschäftigt sich mit der dezentralen Kompostierung von Biomüll mithilfe von Kompostwürmern im Innenbereich. Unter wurmkiste.at bauen Thomas und David Witzeneder Wurmkisten aus Holz, in denen unzählbar viele Kompostwürmer leben und den Biomüll zu hochwertigem Wurmhumus umwandeln.

Die Kisten sehen aus wie stylische, fahrbare Hocker und integrieren sich perfekt in die Wohnung. Unangenehme Gerüche gibt es keine und die Würmer können auch nicht flüchten. 1000 Würmer fressen den Biomüll einer Person am Tag und produzieren daraus wertvollen Wurmhumus, ein optimaler Dünger für Pflanzen.

300 Haushalte in Wien setzt bereits auf Wurmkisten

Es gibt nach Angaben von David Witzeneder in Wien bereits 300 Wurmkisten von 1000Worms, deren enthaltene Würmer jeweils rund 200 Gramm Biomüll am Tag fressen. Und die Würmer werken nicht nur in Privathaushalten: Auch ein Projekt in einem Stadtgarten wurde seitens des Vereins Grüner Daumen bereits realisiert – auf dem Dachgarten in der Windmühlgasse in Wien-Mariahilf. Dort ist auf dem Dach der WIPARK-Garage auf Initiative der Bezirks-Grünen auf einem rund 2.000 Quadratmeter großen Flachdach ein Garten mit 70 Hochbeeten, Gewächshaus und Co. entstanden – ein perfektes Umfeld für die Wurmkisten von 1000Worms.

Der teils in Wien lebende Oberösterreicher David Witzeneder erläuterte gegenüber VIENNA.at, was ihn zur Idee mit den Wurmkisten inspirierte. “Zu Beginn meines Studiums der Agrarwissenschaft auf der Wiener BOKU habe ich mich so geärgert, dass Biomüll in meinem Bezirk nicht getrennt wurde und im Restmüll landet. Den Biomüll habe ich dann anders entsorgt, da es für mich ein moralische Frage war.” Dann kam Witzeneder die rettende Idee: “Wurmkompostierung hat eben diesen Riesenvorteil, dass sie dezentral, geruchsfrei, auf wenig Platz und kontinuierlich betrieben werden kann. Die Qualität des Wurmhumus ist weitaus höher als gewöhnlicher Kompost.” Bis zur Entstehung der Wurmkisten für den Hausgebrauch war es damit nur noch ein kleiner Schritt.

Das Start-Up 1000Worms: Wurmkisten Marke Eigenbau

Gebaut werden die Wurmkisten aus ökologischen Rohstoffen in einer kleinen Werkstatt in Oberösterreich. Angeboten werden die Wurmkisten fix-fertig, als Selbstbauset oder sie können im Rahmen eines Workshops selbst gebaut werden. Falls jemand keine Würmer in der Wohnung haben möchte und dennoch auf Wurmhumus nicht verzichten möchte, gibt es auch eine Version für Draussen.

Neben dem selbst entwickelten Wurmhocker aus Holz wird geforscht, um Wurmkompostierung in der Wohnung, im Restaurant oder in der Schule benutzerfreundlicher zu machen.

Nachhaltiges Kompostieren statt Biomüll im Restmüll

Ziel ist es, den Anteil des Biomülls im Restmüll zu verringern, den CO2-Ausstoss dadurch erheblich zu verringern und eigenen wertvollen Wurmhumus herzustellen.

Im Zuge des Projekts leben bereits etwa 750.000 Kompostwürmer in den Wurmkisten von wurmkiste.at und verwerten jährlich 25 Tonnen Biomüll, zudem werden nur minimale Mengen an Treibhausgasen im Zuge der Kompostierung frei. Gepaart mit der Reduzierung von Transportwegen stellen Wurmkisten eine Möglichkeit dar, die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren.

Mehr zum Start-Up 1000Worms lesen Sie hier.

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