Stadt Wien finanziert Umbau des Wien Museums am Karlsplatz

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108 Millionen Euro soll der Umbau des Wien Museums kosten. Am Ende soll es so aussehen.
108 Millionen Euro soll der Umbau des Wien Museums kosten. Am Ende soll es so aussehen. - © FOTO: APA/CERTOV,WINKLER + RUCK ARCHITEKTEN
Die Stadt Wien finanziert den Umbau des Wien Museums. Formell muss die Unterstützung in Höhe von 108 Millionen Euro noch im Gemeinderat beschlossen werden. Wann der Umbau beginnen soll, ist zwar noch nicht bekannt – als Ausweichprogramm hat man sich aber allerlei einfallen lassen.

Dass das Wien Museum am Karlsplatz umgestaltet wird, ist schon seit geraumer Zeit fix. Bereits 2015 wurde ein internationaler Architekturwettbewerb abgehalten – den das österreichische Architektenteam Winkler+Ruck (Klagenfurt) und Ferdinand Certov (Graz) für sich entscheiden konnten. Vorgesehen ist, auf dem bestehenden, denkmalgeschützten Gebäude von Oswald Haerdtl einen Aufbau zu errichten. Auch der Vorplatz des 1959 eröffneten Hauses wird neu gestaltet.

Gesamtkosten von 108 Millionen Euro

Die Gesamtkosten von 108 Mio. Euro setzen sich aus dem Aufwand für die Errichtung – rund 91 Mio. Euro werden hier veranschlagt – und Einmalkosten in der Höhe von rund 17. Mio. Euro zusammen. Letztere umfassen etwa das Budget für die Übersiedlung und die Einrichtung einer neuen Dauerausstellung.

“Mit der Finanzierungsentscheidung wird eine wichtige Hürde genommen, dieses bedeutsame Haus einer grundlegenden Sanierung zu unterziehen und es durch die geplante Erweiterung auf ein zeitgemäßes Niveau zu heben. Vor allem aber wird durch den Neubau Platz geschaffen, der dringend benötigt wird”, betonte Mailath-Pokorny in einer der APA übermittelten Stellungnahme.

Auch der Umbau rückt einen Schritt näher

Mit der Finanzierungszusage durch die Stadt rückt auch der Umbau des Wien Museums einen Schritt näher. Wann die Arbeiten beginnen, ist noch offen. Das Haus am Karlsplatz hat jedenfalls schon Pläne, was während der mehrjährigen Schließzeit passiert. Geplant sind die Aufwertung von Außenstellen wie dem Schubert-Haus, eine Wanderausstellung für Schulen und Themenausstellungen im MUSA.

Für drei Jahre geschlossen

Fix ist jedenfalls, dass das Museum voraussichtlich drei Jahre schließen muss, “wenn keine Überraschungen passieren”, wie Finanzdirektorin Christina Schwarz gegenüber der APA betonte. Rund zweieinhalb Jahre sind für die Bauzeit eingeplant, durch logistische Notwendigkeiten wie das schrittweise Aus- und hernach wieder Einräumen der Objekte werden aber einige zusätzliche Monate gebraucht.

Damit der Museumsbetrieb nicht völlig stillsteht, verspricht Museen-Direktor Matti Bunzl “spannende Dinge”. Vier Schienen hat man ausgetüftelt.

Dependancen aufwerten

Erstens: Einige der Dependancen sollen auf Vordermann gebracht werden – vergleichbar mit der Virgilkapelle und dem erst im November eröffneten Beethoven-Museum in Döbling. Aufmotzen will der Hausherr jedenfalls die um 1400 entstandenen Neidhart-Fresken in den Tuchlauben, Wandmalereien aus einem früheren Ballsaal und laut Direktor “Wiens älteste säkuläre Kunst”. Bis 2019 soll die Neupräsentation fertig sein. Eventuell schon ein Jahr später soll auch das Schubert Geburtshaus am Alsergrund herausgeputzt sein. Auch andere Locations, die zum Wien Museum gehören, will Bunzl “mit Liebe überschütten”, konkrete Pläne gibt es aber noch nicht.

Kunst kommt in die Schule

Zweites Standbein wird eine Kooperation mit dem Stadtschulrat sein. Da die rund 1.000 Klassen, die jährlich ins Haus am Karlsplatz kommen, vor verschlossenen Türen stehen werden, geht man den umgekehrten Weg. “Wir besuchen Volksschulen mit einer mobilen Ausstellung, die die Wiener Stadtgeschichte und Stadtkultur aufarbeitet mit Themen wie Arbeiten, Spielen, Essen oder Bewegen”, erklärt Bunzl. Eine Woche dauert das Projekt, bei dem die Kids auch eine eigene Schau konzipieren und so lernen sollen, wie sich Geschichte vermitteln lässt. Am Freitag gibt es dann jeweils eine “Vernissage”. Die Neuerung habe man schon an einer Schule ausgetestet und sehr positive Rückmeldungen bekommen. Im Herbst startet das Projekt, schon jetzt sind alle Termine für das Schuljahr 2018/19 ausgebucht.

Themenausstellungen im Museum auf Abruf

Als dritte Schiene sind Themenausstellungen im Museum auf Abruf (MUSA), das mit diesem Jahr in das Wien Museum eingegliedert wurde, geplant. Freilich werde man dort wie bisher Gegenwartskunst zeigen, aber die Flächen auch dazu nutzen, Ausstellungen zu zeigen, “die man eher mit dem Wien Museum assoziiert hätte”. Fix geplant ist 2019 eine groß angelegte Schau zu “100 Jahre Rotes Wien”. Spannend insofern, als das MUSA direkt neben dem Rathaus liegt – “eigentlich das Gebäude des Bürgertums”, sagte Bunzl.

Die Umbauphase will man viertens auch dazu nutzen, einige Schätze des eigenen Bestands im Ausland, konkret in Japan, zu präsentieren. Ab April 2019 gastiert das Museum für drei Monate lang im National Art Center Tokio, danach geht es weiter nach Osaka. “Es gab großes Interesse für weitere Stationen, aber das geht leider nicht – auch aus konservatorischen Gründen”, betonte Bunzl.

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