Häupl schritt wieder zur traditionellen Weinlese am Wiener Schwarzenbergplatz

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Bei der heurigen Weinleseaktion im kleinsten Weingarten Wiens am Schwarzenbergplatz
Bei der heurigen Weinleseaktion im kleinsten Weingarten Wiens am Schwarzenbergplatz - © APA/GEORG HOCHMUTH
Mitten im Zentrum Wiens befindet sich ein historischer Weingarten mit rund 70 Rebstöcken. Hemdsärmelig und mit grüner Winzerschürze schritt Bürgermeister Michael Häupl am Donnerstag noch ein letztes Mal zur traditionellen jährlichen Weinlese im kleinsten Weingarten Wiens am Schwarzenbergplatz.

Einmal geht’s noch: Stellvertretend für 659 Hektar Rebfläche, die in Wien bewirtschaftet werden, hat Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) Donnerstagvormittag am Wiener Schwarzenbergplatz die traditionelle Weinlese im kleinsten Weingarten Wiens vorgenommen. Es war dies zumindest als Stadtoberhaupt das letzte Mal, da er ja Anfang 2018 den Hut nimmt. Wenig überraschend war auch dieser Termin vom Wahlkampf überschattet.

Bürgermeister Häupl erntete die Trauben von den historischen Rebstöcken

Etwas unscheinbar neben dem von Autos viel befahrenen Schwarzenbergplatz im ersten Wiener Gemeindebezirk befindet sich der kleinste Weingarten Wiens. Die Rebstöcke haben schon mehr als 100 Jahre auf dem Buckel, alljährlich findet dort eine Weinlese statt. Häupl erntete dieses Jahr im Beisein der Wiener Weinkönigin Elisabeth III. weiße Trauben. Ebenso bei der Weinlese mit Häupl zugegen waren Dompfarrer Toni Faber, Hans Schmid, Eigentümer des Weinguts Mayer am Pfarrplatz, der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Wien Herbert Schilling und Bezirksvorsteher Markus Figl. Aufgrund des außergewöhnlich heißen Sommers fand die Weinlese heuer ein paar Wochen früher statt. Umrahmt wurde die Feier vom Musikverein aus Leopoldsdorf.

Vorwiegend Weißwein in Wien kultiviert

Der Weißwein hat in der Bundeshauptstadt den größeren Stellenwert, nur rund 20 Prozent der Anbaufläche dienen der Produktion von Rotwein. Dabei nimmt die Rebfläche für den Weißwein im Verlauf der vergangenen Jahre stetig zu, die Tendenz ist weiterhin steigend, wie heute zu erfahren war. Der für die Weinstadt typische Wiener Gemischte Satz DAC nimmt 178 Hektar der gesamten bewirtschafteten Fläche ein, er ist damit die am meisten produzierte Sorte.

Der Miniweingarten verfügt über 70 Rebstöcke, die 50 Flaschen Wiener Gemischter Satz DAC hervorbringen. Die wenigen Flaschen werden bei einer Weinauktion versteigert, der Erlös kommt der Aktion “Licht ins Dunkel” zugute. Gelesen und betreut wird die Anbaufläche vom Weingut Mayer am Pfarrplatz und Rotes Haus.

Freude bei der Weinlese am Schwarzenbergplatz

“Die Weingärten in Wien blieben vom Frost und Hagel im Frühjahr dieses Jahr verschont und die Trauben sind durch den trockenen Sommer reif und sehr groß. Die Wiener Winzer sind bereits mitten in der Hauptlesezeit. Wir freuen uns auf einen wunderbaren Jahrgang, denn dieses Jahr ist die Menge zufriedenstellend und die Qualität außergewöhnlich hoch”, so Herbert Schilling.

Die Rebstöcke  in Wiens kleinstem Weingarten am Schwarzenbergplatz erinnern an die Zeit der Monarchie, als sie das Stadtbild des ersten Wiener Bezirk gestalteten. Das Team von Mayer am Pfarrplatz und Rotes Haus bewirtschaftet den Weingarten mitten in Wien. Der Wein ist der bekannteste landwirtschaftliche Sektor der Bundeshauptstadt. 146 Winzer bewirtschaften rund 660 Hektar, vorwiegend in den Bezirken Döbling, Floridsdorf und Liesing.

Häupl erneut zur Causa Silberstein befragt

Nach dem Ende des offiziellen Teils wurde Häupl einmal mehr gebeten, zur Causa Silberstein Stellung zu nehmen. Man müsse für die Aufklärung die Staatsanwaltschaft einschalten und alle Möglichkeiten des Rechtsstaates nutzen, befand er. Es wäre auch “kein Zufall, dass so etwas 14 Tage vor einer Wahl aufpoppt”, sagte Häupl. Zudem sehe er kein “Glaubwürdigkeitsproblem für Kern”, man rücke SPÖ-intern vom Kanzler nicht ab – auch nicht nach der Wahl am 15. Oktober, falls die Sozialdemokratie in Opposition gehen sollte. “Opposition ist etwas Ehrenhaftes in einer Demokratie”, bekräftigte Häupl einmal mehr. Angesprochen auf die Stimmung in der Partei sagte der Wiener SPÖ-Vorsitzende, dass es bei den Wiener Genossen kein “Motivationsproblem” gebe.

(apa/red)

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