Wo Sternderlschauen in Wien möglich ist: Die Sternwarten der Stadt im Überblick

Von Verena Kaufmann-Plank
Bei gleich mehreren Sternwarten und Planetarien kann man in Wien in die Sterne schauen.
Bei gleich mehreren Sternwarten und Planetarien kann man in Wien in die Sterne schauen. - © Julius Silver/Planetarium Wien/Franz Vrabec/APA/Thomas Posch
Sternenklare Nächte sind in Großstädten eher rar. Wer trotzdem gerne in den Himmel blicken möchte, hat in Wien gleich mehrere Möglichkeiten, der Lichtverschmutzung und den schlechten Sichtbedingungen zu trotzen. Wir haben für euch die Sternwarten und Planetarien der Stadt im Überblick.

Wer in die Welt der Sterne eintauchen will, kann sowohl im Planetarium als auch bei einem Besuch einer Sternwarte den Blick gen Himmel richten und so der Lichtverschmutzung und den schlechten Sichtbedingungen der Stadt ausweichen. In Wien gibt es gleich mehrere Möglichkeiten dazu. Wir haben die Planetarien und Sternwarten der Stadt für euch zusammengetragen.

Sternderlschauen in Wien: Sternwarten und Planetarien der Stadt

Urania Sternwarte

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(Bild: APA)

Die Sternwarte am Dach der Wiener Urania ist Österreichs älteste und zugleich modernste Volkssternwarte. Im Mai 1910 öffnete sie zum ersten Blick in den Himmel ihre Kuppel. Das Vorbild zur Gründung einer Sternwarte für die Öffentlichkeit stammte aus Berlin. Seit Anfang 2008 bildet die Urania Sternwarte gemeinsam mit dem Wiener Planetarium und der Kuffner Sternwarte die spezialisierten Einrichtungen für Astronomie innerhalb der Wiener Volkshochschulen GmbH.

Die Urania Sternwarte bietet Besuchern trotz der Helligkeit der umgebenden Stadt astronomische Beobachtungsmöglichkeiten am neuesten Stand der Technik und ist unter anderem mit einem automatischen Doppelteleskop ausgestattet. Unter der Beobachtungskuppel befindet sich ein zwölfeckiger Raum, die sogenannte “Laterne”, der für Vorträge genutzt wird. Im Laufe des Jahres finden an der Urania zahlreiche Führungen und Vorträge für Groß und Klein statt. Im Mittelpunkt stehen die Beobachtung von Sonne, Mond und den hellen Planeten. Besucher haben – abhängig vom Wetter – nach den Vorträgen die Möglichkeit, ausgewählte Himmelsobjekte durch das computergesteuerte Linsen- und Spiegelteleskop zu beobachten.

Adresse & Kontakt:
Urania Sternwarte
Uraniastraße 1, Eingang Turmstiege
1010 Wien
Telefon: +43 1 89 174 150 000 (Mo-Do von 09.00-13.00 & 14.00-16.00 Uhr; Fr von 09.00-14.00 Uhr)
Öffentliche Erreichbarkeit: Straßenbahnlinien 1 oder 2; U-Bahnlinien U1, U4 (Schwedenplatz) oder U3 (Stubentor)
>> Zur Website der Urania Sternwarte

Kuffner Sternwarte

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(Bild: Kuffner Sternwarte VHS Wien, Julius Silver)

Die historische Kuffner Sternwarte aus dem 19. Jahrhundert finden Himmelsanbeter am westlichen Stadtrand von Wien. Durch den guten Erhaltungszustand der historischen Instrumente ist es auch heute noch möglich, den Nachthimmel wie vor 100 Jahren zu beobachten. Die detailgetreu restaurierten astronomischen Instrumente und das Flair des historischen Gebäudes bieten für Besucher ein besonderes Erlebnis.

Im Gegensatz zu einem Planetarium wird an der Kuffner Sternwarte bei Schönwetter mit Teleskopen direkt zu den Sternen und Planeten des Himmels geblickt. Mit etwas Glück entdecken Besucher Gasausbrüche auf der Sonne, beobachten den Mond mit seinen Kratern, erblicken die Planeten des Sonnensystems sowie die Welt der Sterne und Galaxien. Falls das Wetter einmal nicht mitspielen sollte, bietet die Kuffner Sternwarte ein umfangreiches Programm für Groß und Klein: In diversen Kursen, Vorträgen und Workshops kann der naturwissenschaftliche Wissensdurst gestillt werden.

Adresse & Kontakt:
Kuffner Sternwarte
Johann Staud-Straße 10
1160 Wien
Telefon: +43 1 89 174 150 000 (Mo-Do von 09.00-13.00 & 14.00-16.00 Uhr; Fr von 09.00-14.00 Uhr)
Öffentliche Erreichbarkeit: Autobuslinien 51A (Endstation Ottakringer Bad), 46B (Ottakringer Bad/Kuffner-Sternwarte) oder 146B (Ottakringer Bad/Kuffner-Sternwarte)
>> Zur Website der Kuffner Sternwarte

Zeiss Planetarium Wien

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(Bild: Planetarium Wien)

Das Zeiss Planetarium im zweiten Wiener Gemeindebezirk ist ein “Haus der Sterne”. Mit Projektionstechnologie wird in speziellen Shows der Sternenhimmel an der großen Kuppel naturgetreu nachgebildet, was Besuchern – im Gegensatz zu den Sternwarten – eine wetterunabhängige Astronomie bei Tag und Nacht ermöglicht. Dieser “Himmel auf Erden” hat eine lange Tradition. Das erste Planetarium außerhalb des Erfinderlandes Deutschland wurde in Wien im Mai 1927 vor dem heutigen Museumsquartier eröffnet. 1962 fand das Zeiss Planetarium seinen heutigen Standort neben dem berühmten Wiener Riesenrad im Eingangsbereich des Praters.

Vor 18 Jahren erfolgte die umfassende Modernisierung der gesamten Kuppeltechnik sowie die Neugestaltung des Kuppelsaales. Es besitzt mit dem Universarium (Modell IX) von Carl Zeiss Jena das derzeit modernste Planetariumsgerät der Welt. Gemeinsam mit dem Laserbildprojektor ZULIP bietet es neue Dimensionen an einer Planetariumskuppel. Der Bogen spannt sich von bewegten Satellitenmodellen vor dem Sternenhintergrund über Planetenanimationen im Sonnensystem bis hin zu unterstützenden Videos und Bildern bei didaktischen Präsentationen. Besucher erleben somit einen prachtvollen, künstlichen Sternenhimmel und faszinierende Multimediashows.

Adresse & Kontakt:
Planetarium Wien
Oswald Thomas Platz 1
1020 Wien
Telefon: +43 1 89 174 150 000 (Mo-Do von 09.00-13.00 & 14.00-16.00 Uhr; Fr von 09.00-14.00 Uhr)
Öffentliche Erreichbarkeit: U-Bahnlinien U1 oder U2 (Praterstern); S-Bahnlinien S1, S2, S3, S7 oder S15; Straßenbahnlinien 5 oder 21; Autobuslinie 80A
>> Zur Website des Zeiss Planetariums

Universitätssternwarte Wien

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(Bild: Institut für Astrophysik/Thomas Posch)

Im Wien des frühen 18. Jahrhunderts gab es noch kein eigenes Institut mit einer permanenten Sternwarte, die erste Sternwarte wurde vom Mathematiker Johann Jakob de Marinoni 1730 auf seinem Privathaus an der Mölkerbastei errichtet. Als er verstarb, schenkte Maria Theresia seine Instrumente der Universität und damit war der Anlass zum Bau einer eigenen Sternwarte am Dach der Aula der Universität (heutige Akademie der Wissenschaften) gegeben.

Ende des 19. Jahrhunderts fand man einen Bauplatz für die neue Sternwarte auf einem Hügel der Türkenschanze. Das Gebäude wurde als Kombination von Wohn- und Beobachtungstrakt in Kreuzform errichtet und weist selbst für heutige Verhältnisse mit 101 Metern Länge und 73 Metern Breite ungewöhnlich große Ausmaße auf (im Vergleich: der Stephansdom misst 108 x 70,5 Meter). Auch heute ist die Universitätssternwarte auf der Türkenschanze bzw. das in ihr befindliche Institut für Astrophysik der Universität Wien ein Zentrum facheinschlägiger Forschung in Mitteleuropa. Die Forschungsschwerpunkte reichen von Galaxien im frühen Universum über Sternentstehung und Endstadien der Sternentwicklung bis zu potentiell “bewohnbaren Welten”. Die Sternwarte gilt aber auch als ein Zentrum astronomischer Öffentlichkeitsarbeit: Mehr als 2.000 Besucher kommen jährlich zu den allgemein zugänglichen Veranstaltungen, beispielsweise finden (kostenlose) öffentliche Sonderführungen statt.

Adresse & Kontakt:
Institut für Astrophysik/Universitätssternwarte
Türkenschanzstrasse 17
1180 Wien
Telefon: +43 1 4277 51801
Öffentliche Erreichbarkeit: S-Bahnlinie S45 (Gersthof); Straßenbahnlinien 41 (Türkenschanzplatz) oder 40 (Weinhauser Gasse); Autobuslinien 10A (Gersthof), 37A oder 40A (Gregor-Mendel-Straße)
>> Zur Website der Universitätssternwarte Wien

Freiluftplanetarium Sterngarten Georgenberg (Wien-Mauer)

freiluftplanetarium
(Bild: Mag. Franz Vrabec/Österreichischer Astronomischer Verein, Astronomisches Büro)

Die Idee, am Wiener Stadtrand eine himmelskundliche Gartenanlage zu errichten, stammt vom Wiener Astronomen Oswald Thomas. Seit 1907 besaß und betrieb er das Astronomische Büro, das von Hermann Mucke 1963 übernommen und seither weitergeführt wurde. Die Sterngarten-Pläne wurden überarbeitet und für den auf dem Georgenberg neben der Wotruba-Kirche gefundenen Ort angepasst. In diesem Schutzgebiet sollen langfristig gute Sichtverhältnisse gewährt werden. Von 1997 bis 2001 wurden unter anderem der Mittelbau, die Sitzstufen-Pyramide und der Nord- und Südpfeiler errichtet, es folgten sechs Sonnensäulen, das Knickanalemma mit der Sonnenuhr und den Teilungen für Datum und Sonnenort im Tierkreis sowie die Erläuterungstafeln. Schließlich wurden die nötig gewordenen elektroakustischen Einrichtungen und ergänzenden Systeme für Computer- und Diaprojektion unter freiem Himmel vollendet.

Ein wesentliches Merkmal des Freiluftplanetariums Sterngarten Georgenberg ist es, jederzeit und jedermann privat unentgeltlich Himmelsbeobachtungen ohne Gerät zu ermöglichen. Zusätzlich zu diesem Zugang zur Himmelskunde ist auch ein Begleitband verfügbar. Viele Vorgänge im Weltall können mit freiem Auge wahrgenommen und im Freiluftplanetarium anschaulich erläutert werden.

Adresse & Kontakt:
Freiluftplanetarium Sterngarten Georgenberg (Wien-Mauer)
Aufgang zur Wotrubakirche Ecke Georgsgasse/Rysergasse
1230 Wien
Telefon: +43 1 889 3541
Öffentliche Erreichbarkeit: Autobuslinie 60A (Lindauergasse)
>> Zur Website des Freiluftplanetariums Sterngarten Georgenberg

(Quellen: Website der jeweiligen Einrichtung)

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