Winterpalais in Wien eröffnet vorerst letzte Ausstellung

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Die vorerst letzte Ausstellung im Winterpalais wurde eröffnet
Die vorerst letzte Ausstellung im Winterpalais wurde eröffnet - © Belvedere Wien / Sandro-Zanzinger
Das Belvedere Museum eröffnete am Donnerstag die vorerst letzte Ausstellung in den barocken Räumlichkeiten in der Himmelpfortgasse.

Mit “Jan III. Sobieski. Ein polnischer König in Wien” widmet man sich jenem Feldherren, von dem österreichische Kinder bereits in der Volksschule lernen.

Winterpalais: Vorerst letzte Ausstellung eröffnet

Das Jahr 1683 markiert einen Wendepunkt in der österreichischen Geschichte. Mit dem sogenannten Entsatz von Wien habe Sobieski einen “nachhaltigen Sieg der christlichen Länder” errungen, als die Belagerung des osmanischen Reichs beendet wurde, so Belvedere-Direktorin Stella Rollig im Rahmen der Pressekonferenz zu der bis zum 1. November laufenden Schau. Apropos November: Der Vertrag zwischen dem Belvedere und dem Finanzministerium, in dessen Besitz sich das Palais befindet, läuft bis zum 24. November. “Es ist aus heutiger Sicht also die letzte Ausstellung”, so die Direktorin, die den Umstand kritisierte, dass es bis zum heutigen Tag noch “keine offizielle Stellungnahme über die künftigen Pläne” gebe. “Wir tun, was in unserer Macht steht”, nahm sie Bezug auf laufende Gespräche mit Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP).

“Ressourcen und inhaltliche Kompetenz” vorhanden

Die frühere Belvedere-Direktorin Agnes Husslein hatte die Räumlichkeiten 2013 von der damaligen Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) für das Belvedere zur Verfügung gestellt bekommen – samt Finanzierung des Ausstellungsbetriebs. Das Belvedere verfüge sowohl über die “Ressourcen als auch die inhaltliche Kompetenz”, das Winterpalais weiter zu bespielen. “Was wäre schlüssiger und besser, als hier Ausstellungen für die Öffentlichkeit zu machen?”, fragte Rollig. Es sei “sinnvoll, das Sommerpalais und das Winterpalais des Prinzen Eugen unter einer institutionellen Hand zu führen”, so die Direktorin weiter, die es als “kulturpolitische Zeichensetzung im Interesse der Öffentlichkeit” sehen würde, wenn die Ausstellungstätigkeit im einzigen der Öffentlichkeit zugänglichen barocken Palais weitergeführt würde.

Wie auch immer die Entscheidung ausfällt – für die kommenden Monate bietet man einen vielseitigen Einblick in das Leben des polnischen Königs, identifiziert “schablonenhaft gewordene Bilder des – wie man heute sagen würde – ‘Clash of Cultures’ und versucht, diese zu hinterfragen und neue Zugänge zu finden”, so Rollig. Kuratorin Maike Hohn hat gemeinsam mit dem Kurator Konrad Pyzel vom Museum Schloss Wilanow eine Schau entwickelt, die anhand von rund 100 Gemälden, Objekten und Militaria ein umfassendes Bild des polnischen Königs (1629-1696) zeichnet.

Eigenes Kapitel für die “Schlacht bei Wien”

Während man im ersten Raum von einem herrschaftlichen Bildnis des Feldherren, einem Familienporträt sowie einer Ansicht seines Sitzes in Schloss Wilanow begrüßt wird, eröffnen weitere Säle auch Einblicke in Persönlichkeitsfacetten wie das rege Mäzenatentum des Königs im Bereich von Kunst und Wissenschaft oder in das Familienleben des leidenschaftlichen Vaters und Ehemanns Sobieski. Ein eigenes Kapitel widmet sich selbstredend der “Schlacht bei Wien”, als er als Oberbefehlshaber zum Sieg gegen die Osmanen führte.

Für die Ausstellung wurde etwa der mit Kaiser Leopold I. geschlossene Vertrag vollständig übersetzt. Weitere Kapitel widmen sich dem Aufstieg zum König, der Rückkehr nach Polen, dem großen Ruhm nach dem erfolgreichen Entsatz und einem Denkmalprojekt für die Kathedrale von le Puy-en-Velay. Möglich geworden ist die Schau dank der Zusammenarbeit mit zahlreichen Institutionen und Privatsammlern, sodass hier im Winterpalais ein plastisches Bild einer historischen Figur entsteht, die oft auf einen einzigen Moment in der Geschichte reduziert wird.

(APA/Red.)

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