Wien errichtet nicht versenkbare Poller als Anti-Terror-Maßnahmen

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Die Stadt Wien wird an drei Standorte Poller errichten
Die Stadt Wien wird an drei Standorte Poller errichten - © APA
Zum Schutz vor Terroranschlägen wird die Stadt Wien die Sicherheitsmaßnahmen nun konkret mit Pollern erhöhen, die das Risiko sogenannter Rammangriffe mit Lkws senken sollen. Drei Standorte sind derzeit fixiert.

Die Zufahrten zum Rathausplatz, zur Kärntner Straße und zur Mariahilfer Straße werden mit starren, nicht versenkbaren Pollern ausgestattet, kündigten Polizei und Stadt am Freitag an. Begonnen wird mit dem Rathausplatz, danach folgen die beiden Einkaufsstraßen. Die Vorkehrungen sollen im Vorfeld der EU-Ratspräsidentschaft im Laufe des Frühjahrs 2018 umgesetzt werden, berichteten Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) bei einem Hintergrundgespräch.

Die Kosten für die Poller trägt zur Gänze die Stadt, sie werden insgesamt voraussichtlich 1,5 Millionen Euro betragen.

Keine konkreten Terrordrohungen gegen Wien

In den vergangenen Jahren sei etwa die Hälfte der Anschläge in Europa durch Rammangriffe verübt worden, daher sei der Schutz davor Thema in allen europäischen Städten, sagte Pürstl. “Es sind bisher keine konkreten Terrordrohungen gegen die Stadt Wien ergangen”, betonte er. Nach wie vor gelte für Österreich und Wien eine abstrakte Gefährdungslage.

Als erstes wird mit dem Umbau am Rathausplatz begonnen. “Der Rathausplatz ist einer der meist frequentierten Plätze der Stadt”, sagte Pürstl. An 300 von 365 Tagen fänden dort Veranstaltungen statt. Die Einfahrten bei der Felderstraße und der Lichtenfelsgasse werden nun mit Pollern ausgestattet – diese können allerdings mit einem Kran versetzt werden, um den Auf- und Abbau von Veranstaltungen zu ermöglichen. Außerdem wird der Platz auf der Seite des Rings mit Pollern abgesperrt.

Wien Ð Geplante Sicherheitsma§nahmen

Die Kärntner Straße wird bei der Zufahrt von der Staatsoper kommend mit Pollern abgesichert. Der Lieferverkehr wird über die Seitengassen umgeleitet.

Mariahilfer Straße: “Das Verkehrskonzept bleibt völlig unverändert”

Auf der Mariahilfer Straße werde es nicht darum gehen, den Verkehr abzusperren, sondern ihn durch Hindernisse abzubremsen, sagte Pürstl. Es werde “schikanenartige Polleraufstellungen geben”, um das Tempo zu reduzieren. Die Poller werden bei der Kaiserstraße, der Andreasgasse, der Neubaugasse und der Rahlstiege errichtet. “Das Verkehrskonzept bleibt völlig unverändert”, versicherte Peter Lux von der Stadt Wien. “Die Konzepte müssen effektiv und alltagstauglich sein und dürfen keine Angst erzeugen”, betonte Pürstl. “Es hat keinen Sinn, Maßnahmen zu ergreifen, die das öffentliche Leben lahmlegen.” Vassilakou ergänzte, dass die baulichen Maßnahmen zudem “stadtbildtauglich” sein und “nach Möglichkeit nicht auffallen” sollten.

“Meiner Meinung nach sollen solche Maßnahmen so gestaltet werden, dass sie das Stadtbild so wenig wie möglich beeinträchtigen”, sagte sei. Bei der Errichtung der Poller handle es sich um eine “Sofortmaßnahme”. Gleichzeitig habe sie die Magistratsabteilung 19 (Architektur und Stadtgestaltung) angewiesen, einen Wettbewerb auszuschreiben, um auf “stadtbildtauglichere Lösungen” zu kommen. Wenn dieser bessere Ergebnisse bringe, könnten die Poller auch wieder entfernt werden, sagte Vassilakou.

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) begrüßte die angekündigten Maßnahmen. “Ich habe bereits im April dieses Jahres eine Überarbeitung der Sicherheitskonzepte in den Ländern in Auftrag gegeben. Dabei waren auch bauliche Maßnahmen in vielfrequentierten Zonen in Wien ein Thema”, sagte er in einem Statement gegenüber der APA. Allerdings hätte man eine Lösung “sicher schon früher” haben können, kritisierte er. Auch der Bezirksvorsteher der Inneren Stadt, Markus Figl (ÖVP), zeigte sich froh, dass “nun endlich” Bewegung in das Thema komme. “Wichtig ist, dass die baulichen Maßnahmen stadtbildverträglich gestaltet sind, das Alltagsleben weiterhin möglichst unbeeinträchtigt funktionieren kann”, betonte er gegenüber der APA.

(APA/Red.)

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