“Sisi und die Ungarn”-Schau in der Wiener Hofburg

Eine Ausstellung lockt in die Hofburg
Eine Ausstellung lockt in die Hofburg - © APA
Zum 150. Jubiläum der Gründung der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie und der Krönung Franz Josephs und Elisabeths in Budapest findet in der Wiener Hofburg eine Ausstellung statt.

Der Themenschwerpunkt liegt auf der Beziehung des Kaiserpaars zu Ungarn, bis 7. Jänner ist die Schau “Erzsebet – Sisi und die Ungarn” im Audienzwartesaal der Kaiserappartements zu sehen.

Ausstellung “Sisi und die Ungarn” in der Wiener Hofburg

Elisabeth, die eine Aussöhnung mit Ungarn nach der Niederschlagung der Revolution 1848 befürwortete, drängte Franz Joseph, die Vorschläge Gyula Andrassys und Ferenc Deaks anzunehmen. 1867 stimmte der Kaiser schließlich dem Ausgleichsplan zu. “Das war der Moment, in dem sich Elisabeth politisch sehr aktiv gezeigt hat”, sagte Kuratorin Olivia Lichtscheidl bei einer Presseführung am Donnerstag. Im Juni 1867 wurden Franz Joseph und Elisabeth in der Matthias-Kirche in Buda zu König und Königin von Ungarn gekrönt. In der Ausstellung wird eine Reproduktion der Stephanskrone, die Franz Joseph aufs Haupt gesetzt wurde, präsentiert. Außerdem sind der Pferdehuf des Lipizzaners Cerbero, mit dem Franz Joseph auf den Krönungshügel ritt, sowie ein Behälter mit der Erde des Krönungshügels zu sehen.

Im Mittelpunkt der Sonderschau steht allerdings Kaiserin Elisabeth. Ein Fotoalbum mit historischen Fotografien, aufgenommen sechs Monate vor der Krönung, zeigt sie im ungarischen Krönungskleid. Ausgestellt werden außerdem Lithografien, die Elisabeth in ungarischer Kleidung mit ungarischem Kopfputz zeigen und das Kaiserpaar mit seinen Kindern Gisela, Rudolf und Marie Valerie im Schlosspark von Gödöllö. Das Schloss, das dem Paar zur Krönung geschenkt wurde, wurde für Elisabeth zum Zufluchtsort. Auch ein von Franz Joseph in Auftrag gegebenes Teeservice aus Porzellan, das auf Schloss Gödöllö verwendet wurde, ist Teil der Ausstellung.

Jubiläum wird auch in Ungarn gefeiert

Die Liebe der Kaiserin zu den Magyaren zeigte sich auch darin, dass sie sich mit ungarischen Angestellten umgab. Erstmals gezeigt wird ein Gemälde des Malers Josef Arpad Koppay, auf dem die ungarische Hofdame Ida von Ferenczy porträtiert ist. “Elisabeth hat sich vor allem in den letzten Jahren ihres Lebens mit den Menschen, mit denen sie gerne gesprochen hat, nur noch auf Ungarisch unterhalten”, sagte Lichtscheidl. Ebenfalls zum ersten Mal ausgestellt ist ein Brief in der Handschrift der Kaiserin, in dem sie auf Ungarisch eine Absage einer Einladung zum Mittagessen bedauert. Unterschrieben ist der Brief mit “Ihre Verehrerin Erzsebet” – der ungarischen Variante ihres Vornamens. An wen sich der Brief richtet, ist nicht bekannt, vermutlich handelte es sich um eine Person aus Politik oder Kirche, sagte Lichtscheidl.

Die Ausstellung beschränkt sich auf den Audienzwartesaal. “Es wäre auch kaum möglich gewesen, etwas Größeres zu machen”, sagte die Kuratorin. Schließlich werde das Jubiläum auch in Ungarn gefeiert, Leihgaben seien derzeit also schwer zu bekommen. Die Sonderausstellung wird im Rahmen der Besichtigung von Silberkammer, Sisi Museum und den Kaiserappartements gezeigt und von Kuratorenführungen begleitet.

(APA/Red.)

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