Prügel im Streit um Abfertigung: Prozess in Wien wurde vertagt

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Der Prozess in Wien wurde vertagt.
Der Prozess in Wien wurde vertagt. - © VIENNA.at/David Mayr
Im Streit um 16.000 Euro Abfertigung wurde ein ehemaliger Kellner eines Wiener Innenstadtlokals heftigst verprügelt. Urteil gibt es auch nach mittlerweile fast sieben Jahren noch keines.

Beinahe sieben Jahre, nachdem der Kellner eines Wiener Innenstadtlokals im Streit um seine Abfertigung fürchterlich zugerichtet wurde, gibt es kein einziges Urteil gegen die insgesamt drei Verdächtigen. Auch die Verhandlung gegen einen 28-jährigen Polen wurde am Mittwoch am Landesgericht von Richter Andreas Böhm vertagt, da nicht alle geladenen Zeugen erschienen waren.

Auf der “Vermisstenliste” stehen aber auch der Zwillingsbruder des erschienenen Beschuldigten, der angeblich in Kroatien einen Motorradunfall hatte, sowie der Haupttäter, ein gewisser Letschko, weil man den Polen bis dato nicht erwischen konnte. Dieser soll um die Weihnachtszeit 2010 einen entlassenen Kellner gefesselt, schrecklich verprügelt sowie mit einer Pistole und einem Schwert bedroht haben, um an Personalunterlagen zu kommen, die das Opfer an sich gebracht hatte. Diese wären ans Finanzamt gegangen, falls die südkoreanische Besitzerin des Lokals nicht die verlangten 16.000 Euro Abfertigung bezahlen würde.

Zeugen nicht erschienen: Prozess in Wien auf unbestimmte Zeit vertagt

Als der Kellner das Geld holen wollte, begann für ihn ein stundenlanges Martyrium. Die Zwillingsbrüder hätten Letschko dabei geholfen, wovon der nun vor Gericht erschienene Mann nichts wissen wollte. Er habe gerade angefangen, in dem Restaurant als Kellner zu arbeiten, als die Besitzerin ihm erzählt habe, dass sie sich vor dem früheren Angestellten fürchte, weshalb er seinen Bekannten als “Beschützer” vermittelt habe. Mehr wisse er von der ganzen Angelegenheit nicht.

Das Verfahren gegen die Lokalbesitzerin und ihren Sohn, der mittlerweile als Musikprofessor in Seoul lebt, ist unter Vorbehalt einer späteren Verfolgung eingestellt worden. Der Akademiker soll laut früheren Aussagen selbst von den drei Polen um etwa 10.000 Euro erpresst worden sein. Diese wären teilweise an Albaner übergeben worden, die gedroht hätten, im Auftrag des Opfers das Lokal zu zerlegen. Davon wusste der Angeklagte ebenfalls nichts.

Auch wenn Richter Andreas Böhm offensichtlich wenig Hoffnung hat, dass diese erscheinen und Licht in die verworrene Geschichte bringen können, gab er dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt, die fehlenden Zeugen nochmals zu laden. Die Verhandlung wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.

(APA, Red.)

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