Kampagne für Verkehrssicherheit mit Laternenairbags in Wien vorgestellt

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Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) will mit ihrer neuen Kampagne und Laternenairbags auf die Problematik von Fußgängerunfällen, die durch Ablenkung oder Unaufmerksamkeit entstehen, aufmerksam machen.

Im Jahr 2016 gab es 1.560 Unfälle mit Fußgängern im Straßenverkehr durch Ablenkung, 16 Personen starben. Unter dem Motto: “Ob das nächste Auto auch so gut gepolstert ist? Schau auf dich und nicht aufs Handy!” soll österreichweit auf diese Problematik aufmerksam gemacht werden. Die Kampagne wurde am Donnerstag in der Wiener City vorgestellt.

Mehr Fußgängerunfälle durch Unaufmerksamkeit

In den vergangenen zwei Jahren stieg die Gefahrenquote für die zwei Hauptursachen für Fußgängerunfälle, Ablenkung und Unaufmerksamkeit, um sieben Prozent, sagte KFV-Direktor Othmar Thann. Das Kuratorium hat 7.000 Passanten österreichweit “beobachtet”. Dabei ergaben sich drei Kategorien von Fußgängern, betonte Sabine Kaulich vom FFV. “Die am meisten Abgelenkten sind Personen beim Tratschen, an zweiter Stelle stehen Menschen bei der Handynutzung durch Tippen oder Lesen und auf Platz Drei sind Musikhörer durch ein Handygerät.”

Neue Kampagne in Wien vorgestellt

Airbags an Laternenmasten an hochfrequentierten Kreuzungen sollten deshalb Fußgängern diese Gefahren bewusst machen. Zusätzlich stand eine Gruppe Gstanzlsänger auf der Straße, die abgelenkte Fußgänger im Vorbeigehen zu mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr aufrief. Die nächsten Aktionen in Wien finden am 19. September auf der Mariahilfer Straße Ecke Neubaugasse und am 20. September auf der Favoritenstraße Ecke Gudrunstraße statt. Ab Herbst tourt der KFV damit quer durch Österreich.

Passanten auf der Straße standen der Aktion zunächst positiv gegenüber. Eine ältere Dame kritisierte vor allem junge Leute: “Die blicken gar nicht mehr auf, starren nur noch auf ihre Smartphones und nehmen nichts mehr wahr.” Der KFV führte zudem Workshops an Schulen durch. Die Schüler bekamen die Aufgabe, einen Text in ihr Handy zu tippen und gleichzeitig eine gestellte Situation zu beobachten. Wie sich herausstellte, konnte kein Schüler die Aufgabe meistern, obwohl die jungen Leute schneller und geübter im Tippen seien als ältere Menschen, betonte Sabine Kaulich. Generell sollen Fußgänger im Straßenverkehr wieder mehr Blickkontakt zu anderen Straßenteilnehmern aufnehmen, sagte sie.

(APA/Red)

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