Heumarkt-Projekt: Spenden an Chorherr-Projekt in Südafrika

Akt.:
So soll das Heumarkt-Arenal in Zukunft aussehen.
So soll das Heumarkt-Arenal in Zukunft aussehen. - © ISAY WEINFELD & SEBASTIAN MURR
Christoph Chorherr, Planungssprecher der Wiener Grünen, hat ein Schulprojekt in Südafrika ins Leben gerufen. Spenden dafür kamen auch von Immobilienunternehmern.

Das Wiener Heumarkt-Projekt ist um eine Facette reicher: Der Planungssprecher der Wiener Grünen, Christoph Chorherr, hat über einen Verein ein Schulprojekt in Südafrika ins Leben gerufen. Dass auch Immobilienunternehmer dafür gespendet haben, wird nun zum Thema. Wobei die Zuwendungen stets voll transparent waren, wie Finanzberater Willi Hemetsberger (Ithuba Capital AG) am Freitag versicherte.

Hemetsberger ist einer der wesentlichen Unterstützer des Projekts, das in Johannesburg sowie an einem weiteren Standort angesiedelt ist. 500.000 Euro kostet der Betrieb pro Jahr, wie der Unternehmer im Gespräch mit Journalisten darlegte. Er selbst gehöre zu den Spendern, maßgebliche Beträge würden auch von der Bank Austria, dem Bund und der Stadt kommen. “Die Bilanzen sind überprüft, die kann man sich ansehen. Die Spender liegen offen, allein schon aus steuerlichen Gründen”, beteuerte er. Alles sei “sauber und effizient”.

Schulprojekt in Südafrika als Soforthilfe vor Ort

Er habe selbst zahlreiche Unterstützer gewinnen können: “Ich quäle meine guten Bekannten eigentlich immer damit.” Egal, mit wem er geschäftlich zu tun habe, werde diesbezüglich angesprochen – darunter sei auch der Immo-Entwickler Rene Benko gewesen oder ein ihm persönlich bekannter Hedgefondsmanager. Konkret würden die Einnahmen etwa über Auktionen oder Golfturniere lukriert. Dass sich jemand durch eine Spende Vorteile bei Bauprojekten erhoffe, bezweifelt der Schul-Aktivist.

Auch Hochhaus-Investor Michael Tojner wird im Zusammenhang mit dem Verein genannt, nämlich weil er Hemetsberger vor relativ langer Zeit eine Firma verkauft hat. Laut dem Finanzberater handelte es sich um ein Unternehmen, das er 2008 erstanden hat – in dem Jahr, in dem er Chorherr überhaupt erst kennengelernt habe, wir er heute berichtete.

Für Hemetsberger, der unter anderem auf Auftrag des Bundes mit der Abwicklung der Kärntner Hypo betraut war, ist Chorherr das “Hirn der Operation”. Die Schulen würden derzeit von 500 Kindern besucht. Sie seien ein Beispiel dafür, worüber in der Migrationskrise alle reden würden: Für Soforthilfe. “Das kann man in Nordafrika genauso machen”, befand Hemetsberger.

Projektgegner betonen: Kein Bestechungsvorwurf

Die Heumarkt-Gegner wollen Chorherr nicht direkt Bestechung unterstellen. Das hat Anwalt Wolfgang List am Freitag im Gespräch mit der APA betont. Aber die Optik sei schief. Jedenfalls rechtswidrig sei der Beschluss der Flächenwidmung für das Turm-Projekt gewesen, sagte er. Darum habe man auch alle rot-grünen Gemeinderäte angezeigt.

Für List – der die Initiative Denkmalschutz unterstützt – haben sich die Mandatare mit ihrem Beschluss über geltendes Recht hinweggesetzt. Denn sie hätten ein Bauprojekt in einem Weltkulturerbegebiet abgesegnet. Dass der Schul-Verein von Chorherr Spenden auch von Immobilienunternehmen erhalten hat, sei zumindest bedenklich: “Es geht um die Optik, die ist katastrophal.”

Die Aktivisten haben laut eigenen Angaben zwar keine direkten Spenden von Investor Michael Tojner gefunden, aber “atypische Zahlungen” anderer Unterstützer, berichtete List. Möglicherweise gebe es hier auch Beteiligungen am Heumarkt-Projekt. Darum habe man sich – nachdem Unterlagen zugespielt worden seien – an die Medien gewandt.

(APA, Red.)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen

Innere Stadt
1010.VIENNA.AT