Friedlicher Auftakt zur Akademikerball- Demo 2017 vor der Universität Wien

Bei der Demo gegen den Akademikerball 2017
Bei der Demo gegen den Akademikerball 2017 - © APA (Sujet)
Ohne Zwischenfälle haben am Freitagabend die Proteste gegen den “Akademikerball” in der Wiener Hofburg begonnen. Gegen 17:30 Uhr versammelte sich der Demonstrationszug der “Offensive gegen Rechts” vor der Universität Wien am Ring.

Die Teilnehmerzahl war anfangs geringer als in den Vorjahren, die Polizei sprach von gut 1.000 Personen. 2016 waren es bereits beim Abmarsch rund 3.000 gewesen.Wien. Die Teilnehmer waren mit Trommeln, Fahnen und Transparenten erschienen. In ersten Reden gab es nicht nur Kritik am Akademikerball der FPÖ, sondern auch an der Regierung und insbesondere an Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP).

Scharfe Kritik an Sobotka beim Demo-Auftakt

Sobotka stand vor allem mit seiner Forderung nach einer Einschränkung des Demonstrationsrechtes unter Beschuss. Der Innenminister “versucht, uns einzuschüchtern”, sagte eine Rednerin. Den Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) wiederum forderte sie auf: “Hören Sie endlich auf, Rassismus zu schüren!”

Als Grund für die Demo nannten die Veranstalter: “Wir sind hier, um ein klares Zeichen gegen die rechte Hetze zu setzen.” Der Widerstand “gegen dieses braune Pack ist notwendiger denn je”.

Auf Transparenten war unter anderem zu lesen: “FPÖ raus, Flüchtlinge rein”, “Kämpfen gegen FPÖ und Abschiebungen, gemeinsam für Jobs und höhere Löhne”. Ein Demonstrant im Rollstuhl hatte eine Tafel mitgebracht, auf der zu lesen war: “Kein Nazi in der Hofburg”.

Kein schwarzer Block beim Demozug

Auffallend war, dass anders als bei Demonstrationen gegen den Akademikerball in früheren Jahren zunächst kein schwarzer Block im Demonstrationszug sichtbar war. Bereits im Vorfeld war man allgemein davon ausgegangen, dass der Protest friedlicher als in früheren Jahren verlaufen dürfe.

Zuvor hatte am Ballhausplatz eine aktionistische Kundgebung namens “Buntgebung” der Aktion “Jetzt Zeichen setzen” stattgefunden. Laut Veranstalterangaben nahmen rund 60 Personen teil. Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch, kritisierte, dass rechtsextreme Männerbünde Vernetzungstreffen in den Räumen der Republik abhalten. Zur Aussage des neuen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen (“Was geht es mich an? Lasst sie doch.”) sagte Pollak gegenüber der APA, der Normalisierung des Rechtsextremismus könne man mit Gelassenheit begegnen, “oder wie von unserer Seite mit Unverständnis”.

Akademikerball: Sperrzone in der Innenstadt

Seit 17.00 Uhr ist die polizeiliche Sperrzone rund im die Hofburg in Kraft. Gesperrt ist unter anderem die Ringstraße vom Schwarzenbergplatz bis zur Hofburg Höhe Volksgarten. Auch weitere temporäre Sperren sind möglich. Bis zu 2.700 Polizisten sind im Einsatz.

Der Akademikerball wird seit 2013 von der FPÖ veranstaltet. Er ist Nachfolger des von deutsch-nationalen Burschenschaften getragenen Balles des Wiener Korporationsringes (“WKR-Ball”).

>>Live-Ticker zum Akademikerball 2017

(apa/red)

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