1.000 chronisch kranke Kinder auf Warteliste

1.000 chronisch kranke Kinder auf Warteliste
Chronisch kranke Kinder werden in Wien mangelhaft versorgt. Für Therapieplätze gibt es lange Wartelisten und viele Kinder werden dennoch abgwiesen.

Allein in den vier größten Ambulatorien in Wien stehen ungefähr 850 chronisch kranke Kinder monatelang auf Wartelisten. Dazu kommen 600 bis 700 behandlungsbedürftige Kinder und Jugendliche pro Jahr, die überhaupt abgewiesen werden müssen: “Bei Kindern mit zum Teil schweren Entwicklungsstörungen oder Behinderungen wird zwar rechtzeitig die Diagnose erstellt, die notwendigen Behandlungen können aber oft erst mit unzumutbarer Verzögerung durchgeführt werden.” so Dr. Friedrich Brandstetter, ärztlicher Leiter eines Ambulatoriums.

“Es ist höchst alarmierend, und es ist für eine Weltstadt auch beschämend: Chronisch kranke Kinder und Jugendliche sind in Wien oft mangelhaft versorgt. Gerade diejenigen, die spezielle Therapien bräuchten, um ihren Lebensweg positiv gestalten zu können, landen auf Wartelisten oder müssen überhaupt für einen Therapieplatz abgewiesen werden” kritisieren die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit und die Elterninitiative “lobby4kids” diese unerträgliche Situation im Gesundheitsbereich.

Nur 3 Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie
“Betroffene Eltern und Kinder leiden enorm unter dieser Situation. Es ist oft ein unglaublicher Hürdenlauf, bis eine Familie für ihr Kind die adäquate Therapie bekommt, sofern sie sich diese nicht – zumindest teilweise – privat finanzieren kann.” erklärt Mag. Dr. Irene Promussas von der “lobby4kids” die “Zwei Klassen-Medizin”.

So arbeiten in Wien rund 60 Institute in vergleichbaren Aufgabenbereichen für Erwachsene gegenüber fünf Ambulatorien für Kinder und Jugendliche. Auf der Homepage der Wiener Ärztekammer erfährt man, dass es 56 FachärztInnen für Neurologie oder Psychiatrie mit Kassenvertrag für Erwachsene gibt, aber nur drei (!) für Neuropädiatrie oder Kinder- und Jugendpsychiatrie. Zu den mehr als 1.000 Kindern und Jugendlichen, die auf Therapie warten müssten, komme aber auch noch der große Bereich der ebenfalls fehlenden psychotherapeutischen und kinderpsychiatrischen Versorgung.

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